Ich habe letzte Nacht geträumt, ich stehe vor einem großen Schrank mit ganz vielen Schubladen. Jede Schublade hatte eine Beschriftung, schwarz auf weiß mit großen klaren Buchstaben. Auf der einen in der Mitte stand "hetero". Die nächste, die ich sah, war mit "schwul" versehen, und die nächste rechts daneben sagte "lesbisch". Ich erinnere mich noch, wie ich dachte: "ja, schon klar...ich sehe, wohin dies hier führt...ich wette, wenn ich unter "lesbisch" gucke, springt mir bestimmt gleich Ellen entgegen, bei den Schwulen wär's dann Elton und bei den Heten...hmmm, naja, Thomas Gottschalk oder so..." Schwarz-weiß...ich ließ sie alle zu...die Welt ist nun wirklich spannender als das! Das Laden-Wirrwarr ging weiter: transgender, cisgender, queer, intersexuell, bisexuell, pansexuell, polysexuell, asexuell...what the hell?!
Vor dieser "Ladenfülle" fühlte ich mich plötzlich ziemlich verloren. Des Menschen Individualität ist ja (s)eine Sache, aber forcierte Abgrenzung durch konstruiertes schwarz-weiß-Denken, das scheinbar keine Grenzen kennt? Ich weiß nicht. Ich war verwirrt und brauchte Zeit zum Nachdenken.
Als ich etwas später wieder vor demselben großen Schrank stand, war es plötzlich ein gewöhnlicher Kleiderschrank, mit mehreren großen, verspiegelten, unbetitelten Türen. Ich sah mich selbst im Spiegel und lächelte. Mensch, war ich froh!
Vielfalt leben, ohne Abgrenzung. (LesBiSchwule) Kulturtage in Göttingen vom 18.10.2008 bis zum 16.11.2008
Samstag, 4. Oktober 2008
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